Baugebiete sind rar in Bremerhaven

Spatenstich im Baugebiet in Nordholz
Foto: Ulich

Veröffentlicht am:

Veröffentlicht von:

superadmin

superadmin

Einen Bauplatz in Bremerhaven zu bekommen, wird immer schwieriger. Zwar will die Stadt bis 2025 Flächen entwickeln, die für rund 200 Bauplätze reichen, aber zurzeit ist es fast unmöglich, geeigneten und bezahlbaren Grund für ein privates Bauvorhaben zu finden.

Schwierige Bodenverhältnisse in potenziellen Baugebieten

„Das ist ein interessantes Thema“, sagt IDB Prokurist Alexander Thorau von der Weser-Elbe Sparkasse. Bauen in Bremerhaven ist eine Herausforderung, da es nur wenige, freie und geeignete Flächen gibt. „Aufgrund der feuchten Böden sei das Bauen schwierig“, sagt Thorau. Es gibt beispielsweise eine Fläche zwischen Lindenallee und Poggenbruchstraße, die auf den ersten Blick aufgrund der Größe und Beschaffenheit geeignet scheint. Die Bodenbeschaffenheit ist aber so, dass voraussichtlich erst jahrelang entwässert werden müsse. Interessant sei auch das Parzellengebiet „Ackmann“, das teilweise leer steht. Hier könnten bis zu 45 Grundstücke für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie einige Mehrfamilienhäuser nach dem Willen Bremerhavens entstehen. Das Problem: Das Areal liegt in einer Flussschleife. Aufgrund der Bodenverhältnisse würde sich voraussichtlich sowohl die Erschließung der Baulandfläche als auch die Gründung der Häuser sehr aufwendig und somit kostenintensiv gestalten. So würde, nach ersten Einschätzungen eines anderen Bauträgers, der Quadratmeter im geplanten Gebiet Plätternweg in Leherheide rund 230 Euro kosten.

Alexander Thorau

IDB-Prokurist Alexander Thorau sieht bei den geeigneten Bauflächen in der Stadt zwar Chancen – allerdings muss man geeignete Areale unter die erschließungstechnische Lupe nehmen.

Bestehende Gebiete weiter verdichten

WESPA-Immobilienmakler Lukas Hißner hat für Bauwillige noch eine unkonventionelle Idee. „Augen offen halten bei Bestandsbauten in der Stadt“, ist sein Tipp. Oft gäbe es auf den Grundstücken ungenutzte Flächen im hinteren Teil. „Dort wurden früher Tiere gehalten oder Gemüse angebaut. Heute liegt das Land teilweise brach und eignet sich optimal zur Bebauung“, sagt Hißner. Ab einer Grundstücksgröße von 800 Quadratmetern sei das möglich, je nachdem, wie das Grundstück bebaut ist und ob andere Bauvorschriften einzuhalten sind. Im ersten Moment erscheint diese Lösung kostspielig, aber beim genauen Hinsehen relativieren sich dann schnell die Kosten. Beispielsweise kann das vordere Haus weiter verkauft werden oder es lässt sich vermieten und man selbst baue im hinteren Teil neu. Aber es lässt sich auch der Trend vom Wohnen mehrerer Generationen realisieren; hier dann auf einem gemeinsamen Grund statt unter einem Dach. Selbst ein Abrisshaus kann interessant sein, ergänzt Hißner. Man müsse den Markt genau im Auge behalten und immer wieder vergleichen. „Das muss auch professionell durchgerechnet werden“, sagt der Immobilienmakler und verweist dabei auf die Beratungsangebote zur Baufinanzierung der WESPA.

„Augen offen halten bei Bestandsbauten in der Stadt“
Lukas Hißner, Immobilienmakler der Weser-Elbe Sparkasse

Kleiner und flexibler werden

Auch dem neuen Trend der Tiny-Häuser muss mehr Beachtung geschenkt werden. Sowohl im Landkreis und auch in Bremerhaven sollen Flächen für Kleinsthäuser entstehen. Wer nach Süddeutschland schaut, wo Tiny Häuser immer mehr gefragt sind, kann erkennen, dass dieser Trend hier bald ankommt. Das sei eine Herausforderung für die Stadt, meint Hißner. Die müsse dafür die erforderliche Infrastruktur schaffen. Denn für viele Liebhaber von Tiny Häusern sei gar nicht der geringere Preis ausschlaggebend für die Wahl eines Kleinsthauses. Vielmehr ist eher die Lebenseinstellung dafür entscheidend. Auch in der Innenstadt Bremerhavens passiert mittlerweile eine ganze Menge, sind sich beide WESPA-Experten einig. So wären die Häuser in der Alten Bürger in den vergangenen Jahren weitgehend saniert worden. Thorau betont, dass der Fokus der IDB darauf liegt, Baugebiete mit bezahlbaren Grundstücken zu erschließen. Auch im Umland von Bremerhaven erschließt die IDB Baugebiete für private Interessenten, gerade zum Beispiel in Nordholz, in Debstedt und in Bad Bederkesa. (ul)

Weitere interessante Artikel

Vergleiche Einträge