Bienenfreundliche Gärten liegen bei Gartenbesitzern im Trend

Papa und Kind am Hochbeet
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Wer aufs Land zieht, will es grün haben. Ob Neubau oder Bestandsimmobilie, ein Garten gehört meist dazu – und bietet den Eigentümern zahlreiche Gestaltungsvarianten. Wie sind aber die Trends in unseren Gärten? Was ist im „grünen Wohnzimmer“ angesagt – was sollte dort nicht entstehen? Immobilia.de hat Torsten Tiedemann befragt. Er ist Garten- und Landschaftsprofi und Bauleiter bei der Firma Elbe Team aus Osterbruch.

Im Trend: Der Bauerngarten begeistert mit einer Fülle unterschiedlichster Blühpflanzen.


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Herr Tiedemann, wie sind die aktuellen Trends in den Gärten der Region?

Wir stellen zufrieden fest, dass Gartenbesitzer sich wieder von den großen Kiesflächen abwenden. Der natürliche Garten, mit Platz für Insekten und Vögel, wird bewusst gestaltet. Dazu zählt auch die Rückkehr des klassischen Bauerngartens.

Trauen sich die Hobbygärtner dann sogar lange Standzeiten für Flächen, also kniehohe Gräser zu, die nur noch zweimal im Jahr mit der Sense gemäht werden können?

Nein, das müssten schon sehr große Gärten sein, wo solche Flächen vorgehalten werden. Und die sind im privaten Bereich sehr selten. Aber wir sehen auch, dass in Privatgärten bewusst Bereiche als Blumenwiese geplant werden. Die Gärten sind auch nicht mehr so klar strukturiert, wie noch vor ein paar Jahren. Und die Kiesflächen gehen klar zurück.

Mit Ihrer Erfahrung: Vor welchen Fehlern würden Sie künftige Gartenbesitzer warnen?

Der typische Fehler fängt im Portemonnaie an: Für das Haus und die Einrichtung wird in der Bauphase oft das ein oder andere erweitert oder höherwertiger hinzubestellt. Für den Garten ist dann nicht genügend Geld in Reserve. Da wird schon mal die Schottermenge unterm Pflaster reduziert; was auf lange Sicht und Haltbarkeit natürlich nicht sinnvoll ist. Der Garten sollte mit eingerechnet werden in die Finanzierung; dazu bedarf es der Planung durch einen Profi, der anhand der Ideen und der Fläche Preis und Aufwand abschätzen kann. Ein weiterer Punkt: Angesichts der trockenen Sommer raten wir inzwischen, auch an die Wasseraufbereitung zu denken und zum Beispiel eine Zisterne für Regenwasser im Boden zu versenken. Das kostet zwar in der Neubauphase mehr – wird sich über die Jahre allerdings
mit geringeren Kosten fürs Trinkwasser rechnen.

Kann ich die Arbeit auch teilen? Die Grundzüge vom Gartenbauer anlegen lassen und die Bepflanzung selbst übernehmen?

Das kommt häufig vor, ja. Wir planieren, legen Wege an und der Kunde kümmert sich um alles, was über der Erde entsteht: die Pflanzen und Sträucher. Mit eigener Arbeitsleistung können die Kosten auch im Garten gesenkt werden.

Gärtnern macht glücklich. Der typische Bauerngarten mit Obst- und Gemüseanbau ist wieder im Kommen.

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Gilt noch der Spruch: „Wer guten Rasen will, sollte Kartoffeln pflanzen“?

Das ist heutzutage eher unüblich. Aber Pflanzen, die dem Boden helfen: Das macht schon Sinn. In Neubaugebieten waren die Böden vorher oft landwirtschaftlich genutzt und müssen wieder mit Nährstoffen angereichert werden. Das geht sehr gut über eine jährige Aussaat von Senf, Lupinen oder Raps, die nach dem Winter in den Boden eingearbeitet wird. Wer es schnell grün haben will, wählt Rollrasen.

Wie lassen sich Parkplätze fürs Auto oder die Mülltonnen sinnvoll befestigen?

Wir empfehlen „Ökopflaster“. Das können Rasengittersteine sein oder Steine, die so porös sind, dass sie Regenwasser versickern lassen.

Wo finde ich die besten Pflanzen für meinen neuen Garten?

Beim Pflanzen-Profi, der Gärtnerei. Das sind regionale Produkte, in der Regel mit Anwuchs-Garantie. Da gibt es keine Massenproduktion, sondern Fachberatung zu Standort, Wuchs und Pflege jeder Pflanze. (jöb)

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