Die Fördermöglichkeiten für nachhaltiges Bauen

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Einen Altbau komplett auf Nachhaltigkeit umzurüsten ist kostspielig. Geht es vorrangig um die Einsparung des Energieverbrauchs reichen bereits einzelne Baumaßnahmen aus. „Das Gebäudeenergiegesetz von 2020 gibt vor, welche Mindeststandards beim Energieverbrauch und CO2-Ausstoß einzuhalten sind“, sagt Olaf Schulte, Immobilienfinanzierungsberater bei der Weser-Elbe Sparkasse. Er berichtet, welche Maßnahmen zum Erreichen der Standards gefördert werden.

Was fördert der Staat, wenn beispielsweise ein Altbau zukunftsfähig und somit nachhaltig umgebaut werden soll?

Der Staat fördert ein Darlehen der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) mit einer Gesamtlaufzeit von 4 bis 30 Jahren bis zu einem Höchstbetrag von 150.000 Euro und einem Tilgungszuschuss bis zu 75.000 Euro (50 Prozent von 150.000 Euro). Das wäre der Fall, wenn ein Altbau auf den Standard eines Effizienzhauses 40 der Erneuerbare- Energien-Klasse gebracht wird. Für Baubegleitung wird ein Tilgungszuschuss bis maximal 5.000 Euro gefördert. Der Tilgungszuschuss kann wahlweise mit oder ohne Kreditaufnahme beantragt werden. Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach der Effizienzhaus-Einstufung: 40, 55, 70, 85 und 100. Je niedriger die Zahl, desto höher die Energieeffizienz und umso höher die Förderung.

Olaf Schulte ist Immobilienfinanzierungsberater bei der Weser-Elbe Sparkasse

Welche Maßnahmen werden generell von der KfW gefördert?

Gefördert werden Sanierungen zum Effizienzhaus sowie Neubauten zum Effizienzhaus, wobei in beiden Fällen für die jeweilige Einstufung die technischen Standards der KfW gelten. Auch beim Kauf eines neuen beziehungsweise frisch sanierten Effizienzhauses kommt eine Förderung infrage. Ebenso bei der Durchführung einzelner energetischer Maßnahmen bei bestehender Immobilie, wobei auch hier die technischen KfW-Standards gelten.

Das heißt, auch mit einer Einzelmaßnahme kann man beim Altbau einen guten Beitrag zur energetischen Sanierung leisten und eine Förderung erhalten?

Ja, wenn beispielsweise die neuen Fenster, das neue Dach oder die neue Isolierung der Fassade die KfW-Energiestandards erfüllen. Solche Einzelmaßnahmen werden in der Regel mit 20 Prozent von der KfW bezuschusst und kommen in der Praxis am häufigsten vor. In Kombination mit einfachen Energiesparmaßnahmen macht sich das auch positiv in der Geldbörse bemerkbar. Eine Komplettsanierung mit neuester Technik sowie generell das ökologische und nachhaltige Bauen ist – zumindest aktuell – noch relativ teuer. Beispiel: Eine Wärmepumpe amortisiert sich nach etwa 30 Jahren, die Lebensdauer beträgt leider lediglich 15 bis 20 Jahre.

An wen können sich Interessierte bei Fragen zu Fördermöglichkeiten wenden?

Erster Ansprechpartner sind Energieberater, die für die KfW zertifiziert sind. Diese kann man unter energie-effizienz-experten.de unter Angabe der eigenen Postleitzahl sowie des gewählten Umkreises finden. (bhi)

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