Diese Stäbchen brennen für die Energiewende

Brennende Pellets
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lina

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Holz-Pellets spielen ihre Stärken in der Kombination mit Solartechnik und Wärmespeichern aus

In den Kellern von Ein- und Mehrfamilienhäusern steht ein riesiger Wandel an: Die zahlreichen Ölheizungen, die über Jahre ihren Dienst getan haben, sind nicht nur in die Jahre gekommen und könnten deshalb modernisiert werden – mehr noch: Sie stehen für ein fossiles Zeitalter, das nach Meinung von Experten angesichts der Klimaproblematik schnellstmöglich sein Ende finden sollte.

Pionier für Solarenergie

Der das sagt, muss es wissen: Andreas Bruske, Erzieher und Bio-Ingenieur der Fachrichtung Umweltschutztechnik, zählt mit seiner Firma ad fontes in der Region Weser-Elbe zu den Pionieren für alternative Heizmethoden und Wärme- und Stromproduktion von der Sonne. Er schraubte Solartechnik schon 1987 aufs Dach. Zu einer Zeit, als Ölheizungen noch das Maß aller Dinge waren.

„An einem wirklich heißen Sommertag waren wir zur Demo gegen das Atomkraftwerk Brokdorf aufgebrochen; wir sind gar nicht bis ans AKW gekommen – aber die Sonne brannte so heiß und ich dachte, diese Energie im Überfluss, die müssen wir doch nutzen können“, so der Experte für regenerative Energien. So entstand seine Idee, sich künftig als Solarspezialist zu betätigen.

Zuschüsse der Bundesregierung

Hausbesitzern, die noch eine Ölheizung im Keller haben, empfiehlt er jetzt den Wechsel zu nachwachsenden Rohstoffen in Form von Holz: „Die Bundesregierung fördert den Umstieg von Öl auf Holzpellets derzeit mit Zuschüssen von 45 Prozent. Mit Blick auf den Klimawandel muss definitiv Schluss sein mit der Nutzung fossiler Energie und jetzt gibt es die guten Zuschüsse. Holzpellets sind ein nachwachsender Rohstoff; sie sind von der Natur gespeicherte Sonnenenergie.“

Pellets (c) Colorbox

Hergestellt werden diese kleinen Energiestäbchen aus Sägemehl. Das Abfallprodukt vom Sägewerk wird einfach unter Druck zu Pellets verpresst.

Bruske: „Das ist eine gute Zusatznutzung von Stoffen, die jahrzehntelang als Abfall betrachtet wurden.“

CO2-neutrale Verbrennung

Durch die Wahl des Heizsystems hat jeder Eigenheimbesitzer die Möglichkeit, einen richtig großen Beitrag gegen den Klimawandel zu leisten. Der Grund: Holzpellets verbrennen CO2-neutral, da sie beim Heizen nur so viel Kohlendioxid freisetzen, wie der Baum in der Wachstumsphase gebunden hat. Auch sind Holzpellets ein regionaler, preisgünstiger und ungiftiger Brennstoff, der nicht erst um die halbe Welt transportiert werden muss.

Besonders gut ist es, mit dem modernen Holzpelletkessel auch noch ein Solarheizsystem zu kombinieren. Durch diese ökologisch und ökonomisch sinnvolle Kombination sinken die Heizkosten noch weiter, denn heutige Hochleistungs-Sonnenkollektoren holen bis zur Hälfte der Heizenergie vom Dach. Die zugehörige Speichertechnik vermeidet häufige Kesselstarts. Das wirkt sich zusätzlich positiv auf die Effizienz und auf die Lebensdauer des Heizsystems aus.

Kombi aus Pellets und Sonnenwärme

Andreas Bruske kennt zahlreiche Kunden, die diese Kombination aus Pellets und Sonnenwärme nicht mehr missen möchten – sie sparen langfristig und schonen das Klima: „Aus einem normalen Einfamilienhaus in Norddeutschland kann mit dem Umstieg auf natürliche Energien ein CO2-neutrales Gebäude werden – und das sogar ohne zusätzliche Wärmedämmung des Hauses.“ Zu den natürlichen Energien zählt der Experte Solarstrom und Solarheizung sowie Holzpelletheizung und Wärmepumpe. Letztere kommt aber nur dann in Frage, wenn das Haus mit Fußbodenheizung versehen ist.

Der Experte nennt einen weiteren Pluspunkt für den Umstieg: „Auf lange Sicht zahlt es sich aus, nachwachsende Rohstoffe mit Sonnenenergie zu kombinieren. Aktuell steigen die Preise für Öl und Gas deutlich – das liegt an den internationalen Abhängigkeiten, aber auch an der CO2-Steuer. Der Hausbesitzer hat es in der Hand: Jeder Quadratmeter Solaranlage nutzt die Energie, die uns die Sonne im Überfluss bietet – und sie schickt dafür keine Rechnung.“

Pellets liegen in den Händen

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Individuelle Beratung

Andreas Bruske rät jedem Eigentümer, sich individuell für seine Immobilie und den Wärmebedarf beraten zu lassen, weil die Kombination aus Heizsystem und Solartechnik auf die Bedürfnisse der Bewohner und auf das jeweilige Haus abgestimmt sein muss.

Grillen mit Pellets

Wenn dann die Technik läuft und ihre Eigentümer die Einweihung der Pelletheizung feiern, hat Bruske noch einen kernigen Tipp: „Auch auf der Terrasse ziehen die Pellets ein. Mit einem Holzpellet-Smoker lassen sich ganzjährig leckere Grillspezialitäten zubereiten.“

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