Mit vorausschauender Planung durch die Krisenzeiten

Ein Dach wird errichtet.

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anja

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Immer wieder liest und hört man von Materialengpässen und Lieferverzögerungen – auch wer ein Haus baut oder die Wohnung sanieren möchte, ist davon betroffen. „Die Situation ist angespannt, aber unsere Kunden müssen keine Angst haben, dass ihre Bauvorhaben nicht fertig werden“, beruhigt Dachdeckermeister Sascha Ligat. Trotzdem: Zeiten wie diese, hat das Bremerhavener Familienunternehmen Dathe und Co. Bedachungen in 76 Jahren noch nicht erlebt.

Kunden ausführlich informieren

Das Problem: Wenn Ligat und seine Mitarbeiter Waren wie Dachziegel bestellen, bekommen sie von den Produzenten den aktuellen Preis sowie einen ungefähren Lieferzeitraum genannt. Doch bis das Material dann wirklich bei der Dachdeckerei ankommt, sind die Preise oftmals gestiegen. Die Produzenten und Lieferfirmen geben jedoch in der Regel an, dass das Preisdatum das Lieferdatum ist. Zudem seien sie für derzeitige Lieferverzögerungen nicht zu verantworten und auch Reservierungen seien nicht möglich. Beispiel: „Im Februar haben wir ein Angebot mit Materialkosten in Höhe von 35.000 Euro abgegeben. Dann kümmert sich der Kunde um die entsprechende Finanzierung. Wenn das Material dann im August da ist und es los geht, kann der Warenpreis aber schon bei 50.000 Euro liegen“, berichtet Ligat. „Dann sprechen wir nochmals mit den Kunden.“

Preise steigen, Zuschüsse sinken

Dathe und Co. Bedachungen nutzt in den Verträgen die Preisgleitklausel. „Wenn sich nach Vertragsabschluss die Preise um mehr als fünf Prozent erhöhen, wird nachverhandelt“, erklärt der Dachdeckermeister. Umgekehrt, wenn die Preise um mehr als fünf Prozent fallen, ebenfalls – „Das ist allerdings noch nicht passiert“, ergänzt Ligat. Hinzu kommt, dass seit Mitte August die Fördersätze gekürzt wurden. Wer beispielsweise sein Dach über den Standard hinaus sanieren und dämmen möchte, kann nur noch 15 Prozent, statt 20 Prozent Grundzuschuss von der BAFA erhalten.

Material frühzeitig einlagern

Die Nachfrage bei Dachziegeln ist trotzdem hoch: „Die Industrie produziert gerade 24/7“, so Ligat. Allerdings berücksichtigen die derzeit keine speziellen Kundenwünsche. Sie stellen hauptsächlich Standardziegel in Rot, Braun und Schwarz sowie Standardformen her. „Die Dachziegelhersteller sind in der Produktion an die Gasindustrie gebunden“, erklärt der Fachmann. „Wenn es da Engpässe geben sollte, können nur noch Betondachsteine hergestellt werden.“ Daher bestellt und lagert Ligats Firma die gewünschten Materialen der Kunden möglichst früh. „Was wir heute verbauen, haben wir schon vor Monaten bestellt“, sagt er.

Handwerker gesucht

„Kleinere Reparaturen an Dächern, können wir zeitnah erledigen“, versichert Ligat. Die etwa 30 Mitarbeitenden sind ständig im Einsatz. Was größere Aufträge anbelangt, ist die Dachdeckerei bereits bis zum Frühjahr kommenden Jahres ausgebucht. Dathe und Co. Bedachungen sucht daher stets neue Mitarbeiter und bietet ebenfalls Ausbildungsplätze – damit gute Handwerker nicht zur „Mangelware“ werden.

Kontakt

Dathe und Co. Dachdeckerei GmbH
Lipperkamp 41, 27580 Bremerhaven
Telefon 0471 81638
www.dathe-dach.de

Ausnahmesituation für viele Gewerke

„Gerade können die Kunden selten die Materialien wählen, die ihnen am besten gefallen, sondern müssen gucken, welche gerade vorhanden sind“, erzählt auch Patrick Plate, Inhaber der Plate Zimmerei und des Baugeschäfts Tiedemann in Odisheim, in einem Blogbeitrag.

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