Natürlich und gesund bauen

Hausbau grün
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Die Klimadebatte macht vor dem Baugewerbe nicht halt. Nachhaltigere Baustoffe wie Lehm, Holz und Stroh rücken damit wieder in den Fokus, auch wenn sie genau genommen ein alter Hut sind. Schließlich werden sie bereits seit Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden genutzt.

Nachhaltiges Bauen der Zukunft

Zudem findet die Forschung heute ungewöhnliche Ansätze für das nachhaltige Bauen der Zukunft. Ausgereift sind die allerdings noch nicht immer. Popcorn zum Beispiel. Da geht es nicht um Kinofeeling auf der Baustelle, sondern um Spanplatten, die zu rund zwei Dritteln aus Holzspänen und zu rund einem Drittel aus Popcorngranulat bestehen, also aus verarbeitetem Mais. Sie sind seit 2011 unter dem Namen „BalanceBoard“ auf dem Markt und wesentlich leichter als übliche Spanplatten. Entwickelt wurde der Werkstoff übrigens an der Uni Göttingen.

Naturstoffe erleben Renaissance

Das Bauen mit Naturbaustoffen erlebt in Deutschland seit einiger Zeit eine Renaissance – wenn auch (noch) keine Revolution. Gründe dafür gibt es mehrere: Ein steigendes Bewusstsein für Nachhaltigkeit, die gute Verarbeitbarkeit vieler Materialien, die Sehnsucht nach dem Natürlichen und Ursprünglichen. In puncto Nachhaltigkeit haben Naturbaustoffe besonders viel zu bieten: Der Energieaufwand zu ihrer Herstellung ist in der Regel gering und ihre Entsorgung im Allgemeinen unproblematisch. Vor allem aber ist jeder Baustoff pflanzlichen Ursprungs eine Kohlenstoffsenke – der von den Pflanzen im Wachstum konservierte Kohlenstoff wird in ihnen für viele Jahre und Jahrzehnte gespeichert. Naturbaustoffe wirken auch als Klimaschützer. So speichert Holz bekanntermaßen CO2 – und bindet es als Material im Hausbau dauerhaft. Wir stellen drei prominente Vertreter altbewährter Baustoffe vor.

Lehmputz

Immer mehr Bauherren und Handwerker kehren zum Baustoff Lehm zurück. Die Vorteile liegen auf der Hand: Lehm an Wand und Decke in Form von Lehmputz kann die Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen ausgleichen und sogar Ausdünstungen und Schadstoffe aus der Luft aufnehmen und neutralisieren. Selbst in Räumen mit auftretenden Feuchtespitzen wie Küche und Bad ist Lehmputz besonders geeignet.

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Kalk- und Naturfarbe

Kalkanstriche sind schimmelhemmend. Nach dem Aufstreichen ergeben sie eine matte Oberfläche. Naturfarben gibt es in den Sorten Kasein-, Harz- und Lehmfarben. Diese Farben enthalten keine chemischen Stoffe, dafür natürliche Materialien wie Erde, Pigmente oder Zitrusschalenöl.

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Dämmung aus Stroh

Das Bauen mit Strohballen kam in Deutschland erst in den 1980er- Jahren auf. „Anders als bei den historischen Vorbildern übernehmen die Strohballen in Deutschland in der Regel keine lasttragenden Funktionen, sondern das Stroh dient als Wand bildender Dämmstoff“, erläutert Dirk Scharmer, ein auf Strohballenbau spezialisierter Architekt aus Lüneburg.

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